Marmorierte Cheesecake-Brownies mit Tonkabohne

Brownies

Es gibt wenige Gewürze mit einem so betörenden und verführerischen Aroma wie es die Tonkabohne hat. Bevor sie in der europäischen Küche Zugang fand, wurde sie zunächst in der Kosmetikindustrie genutzt – und so ziehen mich auch Parfüms, die Tonkabohne enthalten, magisch an. Sie hat eine Bittermandel- und Vanillenote und schmeckt süß und aromatisch. Trotzdem wirkt sie dabei nicht ausschließlich süß, sondern zeigt auch herbe und elegante Noten, wie z.B. auch Muskat und Zimt.

Die Herkunft des Gewürzes liegt in Südamerika und es handelt sich dabei um die Samen der Tonkafrucht. Diese Samen werden nach der Ernte der reifen Frucht entnommen und in Rum eingelegt, getrocknet und fermentiert. Dadurch sinkt auch die Cumarinkonzentration, so dass sie überhaupt in der europäischen Handel gelangen darf.

Dem Duft der Tonkabohne werden auch gesundheitsfördernde Aspekte zugeschrieben, so soll er stresslindernd und entspannend wirken und wird bei Nervosität und Schlafstörungen empfohlen. Jedoch gilt auch hier, weniger ist mehr, denn da in der Tonkabohne immer noch ein geringer Anteil an Cumarin enthalten ist, empfiehlt es sich nicht mehr als zwei Milligramm pro Kilogramm Speise zu verwenden, da es sich sonst negativ auf die Gesundheit auswirken kann.
Ich mag das Gewürz sehr, es hat irgendwie etwas faszinierendes und leicht dramatisches, was es interessant macht.

Könnt ihr nicht nachempfinden? Dann schnappt euch mal ein großes Glas Tonkabohnen und atmet den konzentrierten Duft tief ein – ist euch leicht schwindlig von der erotischen und berauschenden Wirkung? ;-)

Als ich vor ein paar Tagen ein schönes großes Glas Tonkabohnen aus einem sehr guten Gewürzladen hier in der Region geschenkt bekam, überschlugen sich sofort meine Ideen, was ich damit so alles anstellen könnte. Vielleicht ein nussiges, cremiges Eis? Oder mal etwas Herzhaftes mit dem Gewürz aromatisieren?

Ich habe mich für schöne saftige Brownies entschieden, die mit einer üppigen Käsekuchenschicht gefüllt werden. Da der Frühling ja momentan eine kleine Pause einlegt, steigt auch schon wieder die Lust auf schokoladig-süßes.
Die cremige Masse des Käsekuchens ist wirklich ein dankbarer Begleiter der Tonkabohne. Das nächste Mal werde ich vielleicht noch ein paar Früchte oder Nüsse in den Schokoteig mit einbauen. Inspirieren lassen habe ich mich hier und hier. Also schnappt euch die paar Zutaten, legt los und versüßt euch den ungemütlichen kalten Wochenbeginn mit einem schokoladigen Brownie  und einem großen Becher starken Kaffee.

Zutaten:

Für die Schokoladenmasse:

100 g Zartbitterschokolade
125 g Butter
150 g Mehl
60 g Kakao
120 g Zucker
1 TL Backpulver
etwas Salz
160 ml Buttermilch
2 Eier

Für die Käsekuchenmasse:

600 g Doppelrahmfrischkäse
130 g Zucker
2 Eier
etwas ausgekratztes Vanillemark
1/2 fein geriebene Tonkabohne
ein paar Spritzer Zitronensaft
etwas abgeriebene Zitronenschale

Zubereitung:

Brownieform (25x25cm) ausbuttern und auszuckern. Backofen auf 175 °C Ober-Unterhitze vorheizen. Schokolade hacken und mit der Butter im Wasserbad schmelzen. Mehl, Kakao, Backpulver, Salz mischen. In einer zweiten Schüssel Eier, Buttermilch, Zucker verquirlen. Die Schoko-Buttermischung und danach auch die Mehlmischung langsam hinzugeben und verrühren.
Für die Käsekuchenfüllung Frischkäse mit Zucker cremig schlagen. Eier hinzufügen und verquirlen. Mit Vanillemark, Tonkabohne und Zitronensaft und Zitronenschale abschmecken.
Etwa 3/5 der Schokoladenmasse in die Form füllen. Käsekuchenmasse darauf verteilen und mit der restlichen Schokomasse bedecken. Mit einer kleinen Gabel den Kuchen leicht marmorieren. Etwa 35-40 Minuten im Ofen backen, bis sie innen noch leicht feucht sind.

About these ads

20 Kommentare zu “Marmorierte Cheesecake-Brownies mit Tonkabohne

  1. WOW!! Muss ich unbedingt nachbacken, sobald ich in Erfahrung gebracht habe, wo es in Wien Tonkabohnen zu kaufen gibt … Chapeau!

  2. Ich liebe Tonkabohnen! Der intensive, warme Geschmack ist sogar noch besser als Vanille. Und dann noch Tonkabohne in einer Mischung aus Schoko- und Frischkäse – das ist doppelt unwiderstehlich :-)

  3. Du bist und bleibst halt einfach die Cheesecake-Königin, liebe Verena ;)

    Die Dinger schauen grandios aus, alle Achtung! Die Käsekuchenmasse mit Tonka-Flavour könnte ich wohl gleich so löffelweise in mich reinstopfen! Tonkabohne hat wirklich was ganz besonders, ich finde du hast das sehr treffend umschrieben. Ich möchte sie auch bald mal in einem pikanten Gericht versuchen, allerdings fehlt mir bisher noch die zündende Idee…

    • Haha, Marco…ja ich backe ja wirklich nur einfache Dinge. Hochdekorierte, komplizierte Torten etc. sind einfach nicht meins..aber danke für die netten Worte, und das ich als gefühlte Backlegasthenikerin ;-).

  4. Das wäre das perfekte Frühstück jetzt! Klingt so lecker! Aber da ich eh gerade überlege, was ich für Ostern backe…
    Herzliche Grüße,
    Dani

  5. Wow, die schauen echt zum Anbeißen aus und Tonkabohne finde ich auch total betörend… Wenn Du mal Lust hast, Deiner Tomatensauce einen neuen Kick zu geben – ich reibe manchmal ein wenig Tonkabohne rein. Stand als Rezepttipp auf meinem Tonkabohnengläschen, wurde getestet, schmeckt fantastisch!
    Schöne Ostern! Und sehr ansprechendes “neues” Blogdesign (gibt es wohl schon eine Weile, aber ich war ein wenig abwesend…) :)

  6. Die Tonkabohne muss her, jetzt lese ich bereits das zweite mal davon, aber hier wo finden? Da muss ich mal im Bakermart schauen, die haben vieles zum Backen. Kann ich das Aroma nicht mit Vanille, Zimt und Muskat imitieren? Dass ich ein Kuchenbanause bin, ist allgemein bekannt.
    Deine Brownies sehen toll aus, und dann noch das Tonkaaroma. Solche Hybrid-Brownies habe ich übrigens auch noch nie gesehen, siehe oben, müssten aber fantastisch sein im Vergleich zu den manchmal ein bisschen ‘staubigen’ Brownies.

  7. Die sehen echt klasse aus :-) Mit Tonkabohnen habe ich allerdings noch nicht gebacken, habe noch nicht mal welche. Muss ich vielleicht doch mal ausprobieren..

    LG
    LisaCuisine

  8. Pingback: Cheesecake Brownies With Tonkabeans | Frizzzante's Culinary Diary

  9. hallo Verena!
    Wie köstlich sieht dein Kuchen aus! Ich habe mir das Rezept vom Fleck weg kopiert und werde es bald ausprobieren!
    Da wir denselben Nachnamen haben, wird er mir auch sicherlich genausogut gelingen, wie er bei dir aussieht und sicher auch geschmeckt hat!

    Liebe Grüße,
    Suse

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 489 Followern an

%d Bloggern gefällt das: